Kommentar

Blatters Rehabilitierung? Chancenlos!

Sepp Blatter an der Pressekonferenz am Montag in Zürich.

Sepp Blatter an der Pressekonferenz am Montag in Zürich.

Sepp Blatter wurde von der Ethikkommission abgestraft - deswegen ist er noch kein Schwerverbrecher. Ihn mit Häme zu überschütten ist falsch. Trotzdem: Es ist gut, wird der Weg für einen Neuanfang beim Weltfussballverband frei.

Ach, hätte Joseph Blatter im Sommer 2014 doch nur getan, was er sich vorgenommen hatte und wäre zurückgetreten. So hätte er nach mehr als 40 Jahren Arbeit für die Fifa einen halbwegs würdigen Abgang gehabt. Jetzt aber ist er von jener Ethikkommission, die er selber ins Leben gerufen hat, gedemütigt und aus dem Amt gekippt worden.

Blatter will vor dem internationalen Sportgericht für seine Rehabilitierung kämpfen. Doch es scheint ausgeschlossen, dass er sein Ziel erreicht. Das CAS hat ja bereits Michel Platinis Berufung gegen die 90-Tage-Sperre abgeschmettert. Und nicht zu vergessen: Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen Blatter eröffnet. Wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie eventueller Veruntreuung.

Die Ethikkommission hat Blatter nicht beweisen können, bestechlich und korrupt zu sein. Sie konnte ihn deshalb nicht lebenslänglich aufgrund mangelnder Loyalität mit der Fifa, aber doch für acht Jahre sperren. Blatter ist deshalb noch kein Schwerverbrecher, wie seine Gegner meinen. Ihn mit Häme zu überschütten, ist fehl am Platz. Er hat aus der fast bankrotten Fifa eine Milliardärin gemacht.

Aber Blatter ist ein unzimperlicher Machtmensch und wohl auch ein Mischler und Mauschler. Er hat die Korruption im Fifa-Reich sehenden Auges zugelassen und sich zu lange um Reformen foutiert. Deshalb ist er aus Sicht der westlichen Welt zum roten Tuch und für die Fifa zur Belastung geworden.

Es ist gut, wird der Weg frei für einen Neuanfang beim Weltfussballverband.

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