Corona

Temposünder und Maskenverweigerer

Wer zum Beispiel die Maskenpflicht im Zug nicht befolgt, dem kann eine Busse auferlegt werden.

Wer zum Beispiel die Maskenpflicht im Zug nicht befolgt, dem kann eine Busse auferlegt werden.

Der Vergleich, den Bundesrat Ueli Maurer anstellte, hat etwas für sich: Weshalb soll mindestens mit einer Ordnungsbusse belegt werden, wer die Maximalgeschwindigkeit auf der Autobahn nicht einhält – dafür ohne Sanktion davonkommen, wer die Maskenpflicht missachtet?

Und doch: Verkehrsregeln einhalten und Gesundheitsmassnahmen befolgen ist schon nicht ganz das Gleiche. Denn die Tempolimiten werden auch nach der Pandemie noch gelten, die Maskenpflicht wird danach der Vergangenheit angehören. Normal- versus Krisenfall also.

Oder, andersherum gedacht: Auch wenn rechtsstaatlich nichts gegen Bussen für Maskenverweigerer einzuwenden ist, so mutet die soziale Kontrolle im öffentlichen Raum doch wirksamer an als die Busse auf der Autobahn.

Gewiss, ein paar Unverbesserliche werden es auch noch lernen, wenn die Polizei den Ordnungsbussenzettel zückt. Aber erstens sind die Polizisten überall und nirgends. Und zweitens wäre es in der Tat ein Zeichen für eine reife Gesellschaft, wenn sich ein «Common sense» über das ebenso Notwendige wie Unvermeidliche einstellen würde.

Vor allem beim Gedanken daran, dass wir es selber in der Hand haben, dafür zu sorgen, den Winter nicht zur Lockdown-Starre werden zu lassen. Schaffen wir es nicht, werden wir teuer büssen müssen dafür.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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