Wie schön war es, als sich Basel einmal im Jahr auf die Baselworld freute. Nicht wegen des Glanzes oder der Uhren, sondern wegen des Umsatzes, den selbst der kleine Basler, der seine Wohnung vermietete, mit den Besuchern machen konnte. Damit ist jetzt Schluss. Statt weit über 1000 Aussteller wie früher sind es jetzt noch knapp 500. Die MCH Group AG, deren Kronjuwel die Baselworld ist, leidet mit.

Messe-Direktor Michel Loris-Melikoff kann gar nicht anders, als aufzuräumen. Und er tut das Richtige: Er sucht das Gespräch mit Branchen-Vertretern, kämpft gegen lokalen Wucher und versucht gleichzeitig, die Messe neu aufzustellen. Dass die Baselworld nie mehr das Sinnbild für den Grössenwahn eines Messeveranstalters sein wird, ist seit dem Abgang der Swatch-Gruppe klar. Das heisst aber nicht, dass sie nicht mehr relevant sein wird. Die Branche wird sich trotz allen neuen Kanälen auch künftig treffen müssen, und wenn es dafür einen Ort braucht, dann ist es die Schweiz. Die terminliche Abstimmung mit dem Salon International de la Haute Horlogerie Genève (SIHH) ist folgerichtig: Tradition, Infrastruktur und Know-how sind hierzulande gleichermassen vorhanden.

Jetzt gilt es nicht nur, diese Voraussetzungen zu nutzen, sondern auch, den Konzernen Wege aufzuzeigen, wie Vermarktung im Umfeld neuer Technologien anlässlich einer Messe möglich sein kann. Angesichts ihrer Vergangenheit ist zu hoffen, dass die Baselworld darin ihre neue Bestimmung finden kann.