Apropos

Steffi Buchli und die göttliche Fernseh-Ordnung

Steffi Buchli verlässt SRF: Die 38-Jährige wird Moderatorin und Programmleiterin beim neuen Sportsender MySports von UPC.

Steffi Buchli verlässt SRF: Die 38-Jährige wird Moderatorin und Programmleiterin beim neuen Sportsender MySports von UPC.

Es ist der Transfer der Woche: Steffi Buchli, die fröhliche Sportmoderatorin des Schweizer Fernsehens SRF, wechselt in die Privatwirtschaft, zu UPC Cablecom. Dieses Unternehmen überträgt künftig die Schweizer Eishockey-Meisterschaft; Buchli wird Programmleiterin.

Nun könnten wir Journalisten uns freuen, dass eine Frau in der männerlastigen Sportwelt Karriere macht. Und wir könnten uns freuen, dass es im monopolartigen nationalen Fernseh-Business nun doch etwas mehr Wettbewerb gibt.

Doch von Freude ist wenig zu spüren. Eifersucht und Häme machen sich stattdessen breit, in sozialen und in anderen Medien. Am Küchentisch sei der Transfer wohl eingefädelt worden, hiess es etwa. Buchli habe den Job halt ihrem Mann zu verdanken, Florian Kohler, dem Chef des Eishockey-Verbandes. Dieser Verband hat die Fernsehrechte vergeben, für 177 Millionen Franken – an die UPC.

Könnte es auch sein, dass Buchli, die einzige prominente Sportmoderatorin des SRF, den Job einfach bekommen hat, weil sie eine Marke ist und etwas kann?

Wenns um Sport und Medien geht, irritiert es ganz offenbar auch im Jahr 2017 noch, wenn die göttliche Ordnung durchbrochen wird.

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