Für gewöhnlich liegen meine Pullis und Shirts gefaltet im Kasten. Dann hat ein Langarmshirt noch rund 34 cm Länge und 20 cm Breite. Bei Pullovern mag es etwas mehr sein. Aber egal: Aufs Tablar im Kasten passen nebeneinander zwei Stapel Kleider und der Raum dahinter ist verloren. Denn das Innenleben von Kästen hat die sture Grösse von ca. 50 cm Breite und 56 cm Tiefe.

Wer hat denn das erfunden? So viele alte Kleider, die man nie mehr anzieht und doch nicht wegwerfen will, hat man doch nicht, um den Leerraum hinter den beiden Kleiderstapeln zu stopfen. Oder was machen Sie mit den zirka 22×50 Zentimeter Platz in der Dunkelheit des Kastens? Liebesbriefe archivieren? Sexspielzeug? All die aus Hotels mitgenommenen Shampoomüsterchen?

Die Kasten-Hersteller halten an der idiotischen tiefen Tiefe fest. Und das nur, damit im Kastenabteil daneben breit geschnittene Wintermäntel an der Kleiderstange nicht quer hängen. Und so liege ich jetzt nachts wach und studiere, wie ich meine Kleider im neuen Kasten platzfüllend zusammenlegen könnte. Vielleicht schreibe ich den Platz auch auf Airbnb aus.