Jeden Freitag führt mein Weg zur Gymnastik vorbei an Schaufenstern voller Verlockungen zu geistiger Ertüchtigung – sprich Büchern. Die Fläche von Schaufenstern ist begrenzt, die Tür meiner «gut sortierten» Buchhandlung steht weit offen – also nichts wie hinein. Dies umso mehr, als meine Ferien näher rücken, und damit eine Zeit und die Musse für uneingeschränktes Leservergnügen.

Stöbern, Leseproben kosten, entscheiden, mit drei Büchern zur Kasse marschieren. Ich bezahle 52.70 Franken. Die junge Buchhändlerin schiebt Bücher und Kassenzettel über den Tisch. «Geht’s so?», fragt sie. «Ein Säckli wäre hilfreich», antworte ich. «Das kostet 20 Rappen», sagt sie. «Angesichts der Kaufsumme zahle ich das nicht», antworte ich. Es geht mir ums Prinzip. Da ich aber prinzipiell Verständnis für den Kampf gegen Plastik habe, füge ich an: «Warum haben sie keine Papiertaschen?» «Das geht gegen unsere Philosophie, denn Papier wird aus Holz gemacht, und dafür werden Wälder abgeholzt», klärte mich die junge Buchhändlerin strafenden Blickes auf.

Umgeben von Abertausenden von Romanen, Kinderbüchern, Krimis, Reiseführern Bildbänden, stand sie inmitten von Hektaren von gerodeten Wäldern und verteufelte, im Brustton der Überzeugung, Tüten aus Papier.