Apropos

Wo ist Macrons Baum?

Macron und Trump pflanzten im Garten des Weissen Hauses eine Eiche aus dem französischen Belleau Wald, wo im Ersten Weltkrieg Tausende US-Soldaten ums Leben kamen.

Macron und Trump pflanzten im Garten des Weissen Hauses eine Eiche aus dem französischen Belleau Wald, wo im Ersten Weltkrieg Tausende US-Soldaten ums Leben kamen.

Es sind bäumige Zeiten für die Diplomatie: Während die Präsidenten der beiden Korea gemeinsam Erde auf den Wurzelstock einer Kiefer schaufeln, pflanzen Macron und Trump im Garten des Weissen Hauses eine Eiche aus dem französischen Belleau Wald, wo im Ersten Weltkrieg Tausende US-Soldaten ums Leben kamen.

Bäume symbolisieren Kraft und Frieden; ein hochsymbolisches Geschenk des Monsieur Président an seinen US-Kumpanen. Doch Bäume sind mehr als pure Symbolik, sie sind erstklassige Helfer beim Kampf gegen den Klimawandel. Eine Eiche, zum Beispiel, bindet in 100 Jahren rund fünf Tonnen Kohlendioxid (CO2); ein Treibhausgas, das die Klimaerwärmung mitverursacht.

Jährlich gelangen rund 41 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre. Um die wieder aus der Luft zu filtern, bräuchte es demzufolge 820 Milliarden Eichen. Kims Kiefer und Macrons Eiche sind also nichts als ein bescheidener Anfang. Doch selbst dieser Anfang scheint nun in-fragegestellt: Laut amerikanischen Medienberichten ist die Macronsche Eiche nämlich bereits wieder aus dem Garten des Weissen Hauses verschwunden.

An der Stelle, wo die zwei Präsidenten im Beisein der beiden hochhackigen First Ladys vor fünf Tagen noch geschaufelt hatten, leuchtet nur verfärbtes Gras. Denkbar, dass dem zarten französischen Pflänzchen das Klima so nahe beim Klimazweifler Trump einfach zu ungünstig war.

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