Diese Nachricht wird den Bundesrat freuen: US-Botschafter Ed McMullen kündigt den Zuzug neuer US-Firmen an. Und das, obwohl die USA gerade erst ihre Gewinnsteuern für Unternehmen gesenkt haben und damit eher mit einer Bewegung in die andere Richtung zu rechnen wäre: Weg aus der Schweiz, zurück in die Vereinigten Staaten.

Natürlich hat die Eidgenossenschaft neben tiefen Steuern auch viele andere Standortvorteile zu bieten. Hervorragende Universitäten, einen starken Finanzplatz und so weiter. Doch wir dürfen nicht naiv sein: Weltweit ist ein Kampf um Steuersubstrat im Gang.

Als Steuerparadiese geltende Kleinstaaten wie die Schweiz geraten besonders unter Druck. Die Eidgenossenschaft muss sich anpassen – und gleichzeitig attraktiv bleiben. Darüber dürfen die freundlichen Worte des US-Botschafters nicht hinwegtäuschen.

Der Bundesrat hat mit der Steuervorlage 17 kürzlich einen weiteren Versuch lanciert, um das System der Unternehmenssteuern den neuen internationalen Regeln anzupassen. Nach der gescheiterten Unternehmenssteuerreform III braucht es dieses Mal einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, wie viel sich das Land die steuerliche Standortattraktivität kosten lassen will.

Denn anders als in den USA reichen knappe Mehrheiten im Parlament nicht, damit die Regierung ihre Sicht der Dinge durchsetzen kann. Im Fall eines Referendums muss das Vorhaben auch beim Stimmvolk durchkommen. Nur so kann die Schweiz als Kleinstaat langfristig gegen die «America First»-Strategie von Donald Trump bestehen.