Heute ist der 14. März. Für Umweltaktivisten, Mathematik-Liebhaberinnen und Freunde von Süssigkeiten ein Feiertag. Denn heute begehen wir den «Internationalen Aktionstag gegen Staudämme» und den «Pi-Tag» (wegen des Datums 3.14), im Fernen Osten zudem den «Weissen Tag», an dem man sich mit weissüberzogener Schokolade für alle Valentinsgeschenke bedankt. Morgen ist übrigens und unter anderem «Internationaler Aktionstag gegen Polizeibrutalität» und «Verbrauchertag».

Wir habens streng mit all diesen «Tag für . . . oder gegen . . .». Dass sie sich inflationär vermehren, hat mit ihrer Entstehung zu tun: Der «Verbrauchertag» gründet auf der Proklamation der Verbraucherrechte durch US-Präsident John F. Kennedy 1963, den «Pi-Tag» hat eine Gruppe von Freunden der Zahl Pi 1988 erfunden. Jeder, der will, kann versuchen, einen neuen «Tag des . . . » zu etablieren.

Kein Wunder, reichen 365 Tage längst nicht mehr aus, um alle zu feiern. Die katholische Kirche war wegen ihrer Heiligen-Inflation schon früh mit diesem Problem konfrontiert und löste es im 8. Jahrhundert definitiv und elegant mit Allerheiligen. Ich proklamiere heute also den «internationalen Allerweltstag». Dann können wir vereint gegen und für alles demonstrieren, den Konsum anheizen – und einen Tag freimachen.