Fernbuslinien

Wettbewerb um jeden Preis?

Die Domo Swiss Express AG hat vom Bundesamt für Verkehr eine Konzession für drei Fernbuslinien quer durch die Schweiz erhalten.  Domo-Reisen

Die Domo Swiss Express AG hat vom Bundesamt für Verkehr eine Konzession für drei Fernbuslinien quer durch die Schweiz erhalten. Domo-Reisen

Die Domo Swiss Express AG erhält eine Konzession für drei Fernbuslinien in der Schweiz. Der Kommentar.

Es ist ein Tabubruch: Das Bundesamt für Verkehr vergibt einer Busfirma die Konzession für Fernbuslinien. Bis jetzt war die SBB konkurrenzlos im Fernverkehr. Nun drängt mit Domo Swiss Express ein Unternehmen auf den Markt, das die SBB ärgern kann. Die Preise sind günstig genug, um in gewissen Kundensegmenten zu punkten. Passagiere, welche weniger Wert auf die Reisezeit legen, dafür lieber weniger ausgeben wollen, werden die Hauptklientel für Domo sein. Für Pendler ist das Angebot der SBB aber momentan weiterhin konkurrenzlos. Auch wenn es rund doppelt so teuer ist.

Weit wichtiger ist aber die Botschaft, welche das Bundesamt für Verkehr aussendet: Es will den Wettbewerb im Fernverkehr. Ist das ein gutes Omen für die BLS, welche zurzeit mit der SBB um eine Konzession im Fernverkehr streitet? Schwierig zu sagen. Aber es ist zumindest ein weiteres Zeichen dafür, dass das BAV gewillt ist, Wettbewerb zuzulassen. Auch wenn die Heilige Kuh SBB Kundschaft verliert.

Das Ziel dieses Wettbewerbs kann nur eines sein: Am Ende müssen die Kunden profitieren. Etwa in Form von günstigeren Billettpreisen oder zumindest besserem Service. Kritiker des Entscheids sagen nun, dass mit dem Entscheid das Gegenteil passiere. Die SBB würden auf ihren rentablen Strecken weniger verdienen, worauf die Steuerzahler eingreifen müssten. Das ist gar schwarz gemalt. Domo wird vorderhand eine Nische abdecken, mehr nicht. Und falls der SBB – auf Kosten der Steuerzahler – eine echte Konkurrenz erwachsen würde, kann das BAV in drei Jahren den Spuk wieder beenden. Und für die Zeit dazwischen: Da tut der SBB etwas Markt gut. Immer in der Hoffnung, dass die Billettpreise sinken.

philipp.felber@azmedien.ch

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