Tabak

Werbeverbot für die stillen Killer

Ein Werbeverbot für Tabakprodukte wäre angebracht.

Ein Werbeverbot für Tabakprodukte wäre angebracht.

Der «Marlboro-Man» ist längst tot. Seine glamourösen Nachfolger tun aber auch heute noch ihr Bestes, um auf die Freuden des Tabakgenusses aufmerksam zu machen.
So unverfroren wie früher, als Zahnärzte auf Werbeplakaten erklärten, der Filter in der Zigarette nehme dem Glimmstengel alle Gefahren, täuscht die Tabakindustrie die Konsumenten heute zwar nicht mehr. Noch immer aber übertüncht sie die tödliche Gefahr ihrer Produkte mit Coolness und Lifestyle-Versprechen. In erster Linie verführt sie damit Jugendliche zum Rauchen. Sie werden abhängig und tragen damit letztlich zu den hohen Gesundheitskosten bei, die Raucher jedes Jahr verursachen.

Ab 2022 soll ein neues Gesetz die Werbung für Tabakprodukte in der Schweiz regeln. Der Gesetzesentwurf sieht zwar bestimmte Werbeeinschränkungen vor. Doch auch mit den neuen Bestimmungen würde die Schweiz dem Rest Europas punkto Tabakwerberestriktionen weiter hinterherhinken. Eine am Dienstag lancierte Volksinitiative der grossen Schweizer Gesundheitsverbände will das verhindern und Werbung für Tabakprodukte gleich grundsätzlich verbieten. Das Ziel der Initianten: Kinder und Jugendliche vor Tabakprodukten und ihren Gefahren schützen.

Fragt sich, wieso die liberale Schweiz diese Werbeeinschränkung hinnehmen soll. Fakt ist, jährlich verursachen raucherbedingte Krankheiten Gesundheitskosten von rund zwei Milliarden Franken. Stillschweigend werden diese zum grossen Teil von Nichtrauchern beglichen. Für sie dürfte sich ein Werbeverbot auszahlen.

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