Vor einer Woche öffnete die Armee einen ehemaligen Munitionsstollen bei Mitholz im Berner Oberland erstmals für die Öffentlichkeit. Am Abend zuvor informierte der Bund, noch würden Tausende Tonnen Munition und Sprengstoff in Teilen der eingestürzten Anlage liegen. Die Gefahr für Anwohner sei viel grösser als bisher angenommen. Seit der Aufarbeitung nach der tödlichen Explosionskatastrophe von 1947 war man davon ausgegangen, dass keine Gefahr mehr vom Munitionsdepot ausgeht.

Recherchen zeigen nun, solche Altlasten der Armee könnten auch anderswo schlummern. Und: Die Information über die schiere Menge noch gefährlichen Materials in Mitholz wäre seit 1949 verfügbar gewesen. Nur waren die Berichte geheim. Erst bei Planungsarbeiten für ein Rechenzentrum im Bunker von Mitholz ist der Bund auf das grosse Gefährdungspotenzial gestossen. Nun: Für die Sicherheit elektronischer Daten wären Bomben sicher nicht zuträglich. Doch mutet es geradezu tragisch/komisch an, dass die drei Buchstaben des betreffenden Departements VBS für Verteidigung, BEVÖLKERUNGSSCHUTZ und Sport stehen.

Politiker aus der Region haben deshalb recht, wenn sie fordern, das VBS müsse alles räumen, was noch verschüttet im Gebiet liegt. Die Kosten dürfen darüber letztlich nicht ausschlaggebend sein. Nur mit einem konsequenten Vorgehen und einer schonungslosen Aufarbeitung kann das VBS beweisen, dass ihm der Bevölkerungsschutz mindestens ebenso wichtig ist wie der Schutz elektronischer Daten.