Apropos

Wer krönt sich zum Weitwurf-König in der SPD?

Kevin Kühnert, Chef der Jugendorganisation der SPD, sorgte mit sozialistischen Wunschvorstellungen für Aufruhr.

Wer schafft es, den politischen Kompass am weitesten von sich wegzuschleudern? Diese Frage scheint gerade zwei Politiker der deutschen SPD gerade umzutreiben, wie Fabian Hock, Ressortchef Ausland der CH Media, festgestellt hat.

Unter deutschen Sozialdemokraten scheint ein Wettbewerb zu laufen: Wer schafft es, den politischen Kompass am weitesten von sich wegzuschleudern? Fast uneinholbar schien zuletzt Kevin Kühnert vorne zu liegen. Der Chef der Jugendorganisation der SPD träumte offen von schmuddeligem Werkzeug tief aus der sozialistischen Mottenkiste: Der Kollektivierung von Grossunternehmen wie BMW. Gruselig.

Doch wer Kühnert damit bereits als Sieger sah, hat nicht mit dem Wurftalent von Katarina Barley gerechnet. Die Justizministerin hat es tatsächlich geschafft, der politischen Irrlichternheit des Juso-Jungstars Konkurrenz zu machen. Was passiert ist? Das Ministerium des bösen Horst Seehofer von der CSU hatte sich erdreistet, einen Gesetzesentwurf vorzulegen, laut dem kein Ausländer eingebürgert wird, der in Mehr-Ehe lebt. Ein Hoch auf den zivilisatorischen Fortschritt? Nicht für die selbsterklärte Feministin Katarina Barley. Ihr Ministerium verweigerte der Polygamie-Passage die Zustimmung.

 Sozialismus oder falsch verstandene Toleranz – wer räumt im SPD-internen Wettkampf den Sieg ab? Es dürfte eng werden zwischen Kühnert und Barley. Der Sieger jedenfalls darf sich nach der Europawahl in drei Wochen vor der Statue Willy Brandts in der Parteizentrale aufbauen und in die Menge rufen: «Ich war es! Ich habe die SPD unter 10 Prozent geführt!»

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