Festnetztelefonie

Wenn neue Technik nervt

Die Swisscom stellt um – vielen Festnetzkunden passt das nicht.

Die Swisscom stellt um – vielen Festnetzkunden passt das nicht.

Das analoge Telefonnetz ist veraltet. Es basiert auf einer Technologie, die aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Dass die Swisscom das klassische Festnetz abschaltet und Telefonate künftig über das Internet abwickeln wird, ist sinnvoll. Zunächst aus unternehmerischerSicht: Die Swisscom kann Kosten sparen. Doch auch die Kunden können profitieren. Zum einen, wenn die Swisscom – wie versprochen – die Einsparungen in Form von tieferen Abogebühren an sie weitergibt. Zum anderen etwa wenn die Qualität der Sprache besser wird.

Dennoch sind viele Kunden verärgert. Und das mit Grund: Die Swisscom hat unzureichend und verwirrend über die Umstellung informiert. Nutzern wurde sogar der analoge Anschluss gekappt. Und oftmals funktioniert die Umstellung auf die digitale IP-Telefonie nicht so reibungslos wie versprochen. Dass es sich dabei bloss um Einzelfälle handelt, wie die Swisscom beteuert, ist unglaubwürdig. Das zeigen die Leserreaktionen auf einen Artikel zur Umstellung des Anschlusses, der letzten Monat in dieser Zeitung erschienen ist. Doch auch Berichte in anderen Medien zeugen davon, dass die Swisscom bei der Umstellung grössere Probleme hat, als sie zugibt.

Um Nutzer von einer neuen Technologie zu überzeugen, muss diese von Anfang an unkompliziert und besser funktionieren als die vorherige. Sonst wird es mühsam, und man wünscht sich die alte Infrastruktur zurück – selbst wenn diese aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Dass just der Swisscom als Technologie-Unternehmen das nur schlecht gelingt, ist peinlich.

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