Kommentar

Wenn es die Berge nicht schaffen

Tommaso Manzin: «Schweiz Tourismus setzt aufs Marketing – aufs Wetter setzen würde zu sehr nach «Prinzip Hoffnung» aussehen.»

Tommaso Manzin: «Schweiz Tourismus setzt aufs Marketing – aufs Wetter setzen würde zu sehr nach «Prinzip Hoffnung» aussehen.»

Die Schweizer Wintersportorte blicken nach vorn. Der kommende Winter soll zumindest nicht schlechter werden als der letzte, die Talsohle sei erreicht. Das lässt hoffen, besonders, weil das Wort «Tal» in diesem Sektor nichts zu suchen hat – Schneesicherheit ist zum eiskalten Killerkriterium geworden.

Man will selbst etwas beitragen zum Neustart, gönnt sich den Optimismus des Tüchtigen, dessen, der etwas für sein Glück tut: Neu sollen Ein-Tages-Sportler den Tourismus ankurbeln. 19 Schweizer Destinationen bieten eintägige SkiErlebnisse mit vielen Extras zum Pauschalpreis.

Die Gäste sollen «schnelle Glücksgefühle» erleben, sich nicht «über Jahre via Skischule auf die Pisten hocharbeiten». Ist ja auch mühsam.

Schweiz Tourismus setzt aufs Marketing – aufs Wetter setzen würde zu sehr nach «Prinzip Hoffnung» aussehen. Aber ist es das nicht trotzdem? Der Tourismus kämpft an allen Fronten mit Widrigkeiten, gegen die kein Kraut gewachsen ist, das man selber züchten könnte – auch nicht in den Bergen; Franken, Konjunktureinbruch im Ausland, Terrorängste, teure Infrastruktur.

Den herrlichen Bergorten ist jedes Glück zu gönnen. Aber Zweifel sind erlaubt: Wenn nicht einmal die Grandezza der Alpen reicht, um Menschen anzuziehen, dürften es hippe, aber eher hilflose Anglizismen wie «Chill & Thrill» auch kaum richten.

Autor

Tommaso Manzin

Tommaso Manzin

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