Manchmal schleicht sie, manchmal rast sie, manchmal steht sie fast still. Die Sommerferien liefern wieder einmal den Beweis: Die Zeit vergeht nicht immer gleich schnell. Während uns die ersten Ferientage wie eine gefühlte Ewigkeit vorkommen, vergehen die letzten Tage meist im Nu.

Das ist nicht nur in den Ferien so: Wenn wir zum Zahnarzt müssen, fühlen sich die Minuten fünf Mal so lang an, als wenn wir Djokovic und Federer beim Tennisspielen zuschauen.

Und überhaupt: Was ist denn schon eine Stunde? Das fragten sich auch die Benediktinermönche im Mittelalter. Eine Stunde dauerte bei ihnen manchmal 80, manchmal nur 40 Minuten. Der Grund: Sie unterteilten jeden Tag – die Zeit vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang – in zwölf genau gleich lange Abschnitte. Dadurch wurden die Stunden im Sommer länger, im Winter kürzer. Das sind doch schöne Perspektiven auch für diese Ferien: Stunden, die sich auf wundersame Weise ausdehnen und nie enden wollen – voller Strandlektüre, Abenteuer in den Bergen und süssem Nichtstun.