Aargauische Kantonalbank

Weniger ist für einmal mehr

Dieter Widmer, Chef der Aargauischen Kantonalbank.

Dieter Widmer, Chef der Aargauischen Kantonalbank.

Die Finanzmärkte tauchten Ende 2018 massiv, was gerade Pensionskassen den Jahresabschluss verhagelte. Auch die Aargauische Kantonalbank (AKB) spürte diese Turbulenzen. Ihrem Jahresabschluss sieht man das aber nicht an. Die Bank, die zu 100 Prozent dem Kanton und damit den Aargauerinnen und Aargauern gehört, weist einen Geschäftsertrag aus so hoch wie nie zuvor. Ebenso einen praktisch gleich hohen Jahresgewinn wie im Vorjahr.

Auch die Kundenvermögen sind gestiegen, ebenso die Bilanzsumme. Diese kratzt bald an der 30-Milliarden-Franken-Grenze. Offenkundig litt die Leistung der Crew nicht unter dem ungeplanten CEO-Wechsel aufgrund der Postautoaffäre von Pascal Koradi zu Dieter Widmer.

Angesichts solcher Superlativen könnte man erwarten, dass sich der Kanton auf eine satte Gewinnausschüttung freuen kann. Doch weit gefehlt. Die Ausschüttung fällt sogar deutlich tiefer aus. Und das, obwohl die Bank die verlangte Gesamtkapitalquote bereits übertrifft. Sie erwartet aber weitere Verschärfungen der Eigenmittelanforderungen. Deshalb baut sie eine freiwillige Reserve auf. Das ist für die Staatskasse unbefriedigend.

Denn die Regierung wird deshalb beim Budgetieren noch mehr gefordert als bisher. Letztlich kommt es aber dem Kanton zugute, wenn die Verantwortlichen seiner Bank so weit vorausdenken.

Und der Clou am Ganzen: Falls die Vorschriften doch nicht verschärft werden sollten, bekommt der Kanton dereinst das so zurückgestellte Geld als Sonderzahlung doch noch. Verlieren kann er damit also nichts, nur gewinnen.

mathias.kueng@chmedia.ch

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