Die grossen Ferien sind vorbei, am Montag beginnt das neue Schuljahr, das vorletzte vor Einführung des Lehrplans 21. Vorbei ist damit auch die sogenannte Saure-Gurken-Zeit, das nachrichtenarme Sommerloch, das die Zeitungen dünner werden lässt. Vorbei ist schliesslich die grosse Hitze, vorerst. Etwas zynisch könnte man sagen: Die Hitze hat den Journalisten geholfen, das Sommerloch zu stopfen. Ich habe nochmals ein bisschen in den Zeitungen der vergangenen Wochen geblättert (ja, ich blättere noch, ich scrolle nicht nur): Was hat den Hochsommer 2018 geprägt? Ganz klar an erster Stelle: Hitze und Trockenheit. Bedrückt habe ich zur Kenntnis genommen, was Kollege Stefan Schmid vor drei Tagen in dieser Zeitung geschrieben und mit Beispielen belegt hat: «Der Kampf gegen den Klimawandel scheint verloren.»

Und sonst? Was war noch? Passend zum Thema: Der Bund will prüfen, ob die A 1 im Limmattal zweistöckig geführt werden kann. Zugegeben: Ich habe mich auch schon geärgert über Stau zwischen Zürich und Baden. Aber ich habe noch keinen Fachmann gefunden, welcher den Satz überzeugend widerlegt hätte: Mehr Verkehrsfläche führt zu mehr Verkehr. Bevor man mich indessen als Öko-Velo-öV-Träumer geisselt, füge ich schnell an: Die in den letzten Wochen revitalisierte rot-grüne Forderung nach flächenmässiger Einführung von Tempo 30 in den Städten halte ich ebenfalls für unsinnig. Tempo 30 gehört in die Quartiere, aber nicht auf Hauptstrassen. Nur wenn man den Verkehr kanalisiert und die Strassen hierarchisiert, können Wohnquartiere wirksam entlastet werden.

Und sonst? Was war noch? Im Aargau fiel eine gewisse Häufung von Gesundheits-Themen, genauer: von Gesundheits-Kostensenkungs-Themen auf. Die Regierung will mit der Einführung von elektronischen Patientendossiers Geld sparen. Die FDP fordert eine «liberale Gesundheitsagenda», unter anderem einen Verzicht auf die Vergabe von möglichst vielen Leistungsaufträgen an möglichst alle Spitäler. Die Vorschläge verdienen eine Weiterverfolgung und Ausdifferenzierung. Revitalisiert wurde auch der Vorschlag von SVP-Präsident Thomas Burgherr für eine «Walk-in-Gebühr»: Wer den Arzt in seiner Praxis sehen will, muss zuerst Geld auf den Tresen legen. Was für einen Spital-Notfall sinnvoll scheint – als Abwehr gegen Leute, die mit jedem Bobo in den Notfall rennen –, ist für die Arztpraxis problematisch. Vor allem der Besuch beim Hausarzt als wichtigstem (und relativ kostengünstigem) Player sollte nicht mit zusätzlichen Schikanen erschwert werden.