Sagen Sie mal laut auf Mundart «Handball». Ziemlich sicher waren gerade kein «n» und kein «d» zu hören. Aber zur Begrüssung geben wir jemandem die Hand und nicht die Ham. Was passiert da?

Dieses Phänomen heisst in der Sprachwissenschaft Assimilation. Die Laute werden einander angeglichen. Der Grund dafür: unsere Faulheit. Wenn wir sprechen, geschehen im Sprechapparat – von den Lippen bis zu den Stimmlippen – unglaublich viele Dinge, oft in sehr schneller Abfolge. Die Zungenspitze hüpft hin und her, der Mundraum wird grösser und kleiner, das Gaumensegel lässt die Luft aus dem Rachen durch die Nase statt durch den Mund ausfliessen.

Wird das Wort «Handball» ohne Assimilation ausgesprochen, bleibt die Zunge für das «Ha» ganz unten im Mund. Danach schnellt sie nach vorne, gleich hinter die Zähne. Dort bildet sie das «n» und gleich noch das «d». Danach zieht sie sich zurück, die Lippen schliessen sich für das «b». Diese Abfolge ist für deutsche Muttersprachler sehr wohl möglich, aber mühsam. Viel einfacher geht es, wenn wir gleich nach dem «a» den Mund für das «m» schliessen, so fliesst das «b» gleich mit.

Wer glaubt, er sei vor Assimilation gefeit: Sagen Sie mal auf Mundart «Senf». Oder «Genf». Oder «Ich fahre in die Ferien».