Wer erinnert sich heute noch daran. Das Schweizer Radio hat eine Gedenksendung ausgestrahlt am 17. November und hat das Ereignis wieder wachgerufen. Es war das erste grosse Attentat von extremen Islamisten und es hatte neben anderen ausländischen Gästen 36 Schweizer Ägyptenreisende getroffen. Die Welt erstarrte für ein paar Augenblicke. Es war der Aufbruch in eine neue Zeit.

War es das wirklich? Wie viele Tote gab es seitdem? Nehmen wir diese überhaupt noch wahr?

Attentate sind zur täglichen Routine geworden. Die Radikalisierung von Menschen wächst und wächst. Heute ist der IS die bekannteste Terrororganisation, früher war es die al-Kaida und noch früher die RAF, die Weltkriege, die Inquisition, die Kreuzritter, die Reformation. Aha! Dämmert’s?

Es gab also Zeiten, in denen auch wir sogenannten Christen im Namen Gottes Menschen umbrachten, mal mehr, mal weniger, wie es heute radikale Islamisten ausüben. Auch wir haben Kunstdenkmäler zerstört oder noch perfider, geraubt und für die eigene Tasche versilbert. Wir waren so gesehen keinen Deut besser als der IS.

Wie aber haben wir diese dunklen Zeiten unserer christlichen Vergangenheit überwunden? Es gab Menschen, die begriffen, dass wir Menschen Herdentiere sind wie die Schafe, die Hunde, die Rinder. Wir haben langsam gelernt, dass wir nicht in einer Welt der grenzenlosen Freiheit leben. Wir haben verstanden, dass es Kompromisse geben muss, um eine lebenswerte Vielfalt von Meinungen zu integrieren in eigenes Denken und Handeln, um so die verschiedensten Kulturen zu akzeptieren und damit den geistigen Horizont von uns allen zu erweitern.

Schön wärs ...

Statt Geld für den Frieden einzusetzen, unterstützen wir voll Inbrunst die Kriege. Die Waffenhersteller reiben sich genüsslich die Hände. Denn mit dieser Art, den Terror zu bekämpfen, werden sie immer genügend Absatz finden. Dabei wäre es doch gescheiter, das Übel an der Wurzel zu packen.

Nicht das Streben nach Gewinnoptimierung nach noch mehr und noch mehr darf das Ziel sein. Nein. Wir müssten endlich lernen, Perspektiven zu schaffen. Perspektiven für die Jungen durch Bildung, durch Sozialisierung.

In der Hundeerziehung haben wir dies begriffen; wir sind bestrebt, sozial verträgliche Hunde hervorzubringen, um Unfälle und Beissereien zu vermeiden.

Was wir bei Hunden anstreben, müsste doch – in vermehrtem Masse– auch bei uns Hominibus sapientibus möglich sein. Oder ...

*René Picard arbeitet als Hundetrainer in Frick. Er ist Schauspieler, Sänger und fuhr lange Postauto.