Apropos

Von China lernen

Eine junge Chinesin blickt auf den Aushang einer Partnerbörse: Der "Tag der Singles" wurde in den Neunziger Jahren von Studenten als Antwort auf den Valentinstag ins Leben gerufen (Archiv).

Eine junge Chinesin blickt auf den Aushang einer Partnerbörse: Der "Tag der Singles" wurde in den Neunziger Jahren von Studenten als Antwort auf den Valentinstag ins Leben gerufen (Archiv).

Einmal mehr haben die Chinesen uns etwas voraus – natürlich in der Wirtschaft. Es geht allerdings nicht um eine spektakuläre Firmenübernahme. Nein, China hat die Singles entdeckt. Seit den späten 90er-Jahren ist der 11. November im Reich der Mitte der «Tag der Singles», was den Internet-Händler Alibaba auf die Idee brachte, an diesem Tag Sonderrabatte für Singles anzubieten. Ein Riesengeschäft, wie diese Zeitung gestern schrieb.

Was wir daraus lernen können? Nun, Singles sind hierzulande nach wie vor Aussenseiter, Outlaws, Sonderlinge. Der Markt kümmert sich kaum um sie. Dabei gibt es allein in der Schweiz rund 1,5 Millionen Singles. Wie ihre chinesischen Schicksals- genossinnen und -genossen sind sie oft besonders kaufkräftig. Ein grosses Potenzial!

Von einem Singles-Tag zum Beispiel bei Amazon oder einem anderen Online-Händler hat man jedoch noch nie etwas gehört. Und weshalb bieten die Grossverteiler eigentlich nicht eine spezielle Produktelinie für Singles an? Die gibt es ja für alle möglichen Kunden: für Feinschmecker, Vegetarier und Veganer, für Gluten- und Lactose-Intolerante, für Kinder und natürlich für Familien. Aber für Singles? Fehlanzeige! Dabei wäre das auch gleich noch ein Beitrag zur Verhinderung von Foodwaste. Dann müssten Singles nämlich nicht Lebensmittel in Grosspackungen kaufen, die irgendwo in der Küche vergammeln.

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