Haben Sie es auch gehört? Es zwitschert wieder. Richtig: ES zwitschert – nicht ER (Donald Trump) twittert. Angesichts des permanenten, oft dissonanten Gelabers auf dem Kurznachrichtendienst wird man ja den Eindruck nicht los, dass das englische Verb «to twitter» seinen ursprünglichen Sinn verloren hat. Es bedeutet «zwitschern»; allerdings auch «schnattern». Letzteres kommt dem, was mitunter auf Twitter abgeht, schon sehr viel näher.

Doch es gibt nicht nur ein Leben im weltweiten Netz, sondern auch draussen vor dem Fenster, in der Natur. Und dort zwitschern sie wieder – sie, die Vögel. Es ist das untrügliche Zeichen, dass der Frühling naht, auch wenn es in den kommenden Tagen wieder kälter werden soll.

Bereits um halb 6 Uhr in der Früh, lange vor Tagesanbruch, ist ein zartes Zirpen, Piepen und Pfeifen zu hören. Dieses Konzert wird von nun an jeden Morgen ein wenig früher einsetzen – im Sommer schon kurz vor 4 Uhr. Und es wird immer lauter und intensiver werden, weil mehr und mehr Vögel in den Chor einstimmen.

Das Gezwitscher hat eine Kehrseite: Der sensible Mensch wacht in den kommenden Wochen jeden Tag ein paar Minuten früher auf (von den Katzen ganz zu schweigen). Doch soll man deswegen zur Nancy Holten des Vogelgezwitschers werden? Nein! Lieber früher aufstehen, den Vögeln zuhören – oder die neuesten Tweets von Donald Trump lesen.