Das Bundeshaus ist ein gefährlicher Ort. Hier werden Intrigen geschmiedet, Favoriten gestürzt und Vorlagen zu Fall gebracht. Zu Fall gebracht wurde vor einem Jahr auch Christoph Blocher. Er stürzte zu Boden und brach sich mehrfach die Nase. Grund dafür war ein Schaden am Dach. Bei extremem Regen drang Wasser ein. Wie das Problem auf typisch-helvetische Art gelöst wurde, machte CVP-Chef Gerhard Pfister letzte Woche auf dem Kurznachrichtendienst Twitter publik: «Anstatt das Dach zu reparieren, legt man einen rutschsicheren Teppich aus», textete er. Und fügt lakonisch hinzu: «Warum erinnert mich das alles daran, was man in diesem Haus sonst auch normalerweise macht?» 

In der Tat gibt es Beispiele für Probleme, die notdürftig gelöst statt an der Wurzel gepackt werden: Etwa in der Europapolitik, wo ein Inländervorrang gebastelt wird, statt das Volk zu fragen, ob es die Personenfreizügigkeit will oder nicht. Das Parlament hat damit zwar einen Ausrutscher im Verhältnis zur EU verhindert. Die Frage Bilaterale Ja oder Nein hängt aber weiter wie ein Damoklesschwert über Bundesbern. Ein anderes Beispiel: Vom Ausland unter Druck geraten, wich die Schweiz beim Bankgeheimnis Schritt für Schritt zurück. Eine Vorwärtsstrategie sähe anders aus. Genauso wie beim Abschalten der AKW, das noch jahrelang hinausgezögert wird. 

Woran liegt das? Am Konkordanzsystem. Und an den Kosten: Häb-chläb-Lösungen sind günstiger. Doch zumindest für den Dachschaden besteht Hoffnung auf eine bessere Lösung: Sobald es die wärmeren Bedingungen erlauben, werde das Dach repariert, heisst es beim Bund. Dann wird der Teppich hoffentlich rasch wieder entfernt werden, nicht dass noch einer stolpert.