Der brutale Vierfachmord von Rupperswil macht fassungslos und wirft die Frage auf, zu was ein Mensch fähig sein kann. Für die Angehörigen quälend und für die Öffentlichkeit schwer verständlich ist die lange Verfahrensdauer. Thomas N. gesteht seine Tat, als er im Mai 2016 verhaftet wird. Dennoch vergehen 16 Monate bis zur Anklage, und der Prozess gegen den wird erst im Jahr 2018 stattfinden.

Die öffentliche Forderung, einen grausamen Mörder wie Thomas N. rasch zu verurteilen und lebenslang zu verwahren, ist verständlich. Juristisch scheint der Fall klar: Ein anderes Urteil als ein Schuldspruch wegen Mordes ist kaum vorstellbar. Dennoch ist es richtig, dass sich die Staatsanwaltschaft die nötige Zeit nimmt: Für sie gilt es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit darüber hinaus eine Verwahrung möglich wird. Entscheidend dafür sind die Gutachter, welche die Frage beantworten müssen, ob Thomas N. untherapierbar ist.

Wie die Psychiater ihn beurteilen, wird beim Prozess gegen den Vierfachmörder bekannt werden. Ob es zur lebenslänglichen oder nur zur ordentlichen Verwahrung kommt, dürfte aber kaum das Bezirksgericht Lenzburg entscheiden. Viel wahrscheinlicher ist, dass ein Urteil im Vierfachmord bis ans Bundesgericht weitergezogen wird. Bis ein rechtskräftiger Entscheid vorliegt, kann es lange dauern. Beim Fall des ermordeten Au-pair-Mädchens Lucie dauerte es fünf Jahre. So sehr sich die Angehörigen der Opfer und die Öffentlichkeit einen schnellen Abschluss wünschen: Der Fall Rupperswil dürfte sich auf juristischer Ebene noch jahrelang hinziehen.