Polemik

Vertrauen ist gut, faule Pöstler nicht

Nicht immer werden Pakete persönlich abgegeben. (Symbolbild)

Nicht immer werden Pakete persönlich abgegeben. (Symbolbild)

Als wäre die quälend lange Zeit zwischen der Bestellung eines Elektronikartikels und dem Eintreffen des Pakets nicht schon Folter genug, wartet nach den zwei, drei Tagen Unendlichkeit meist bereits der nächste Dämpfer: der fiese Zettel im Briefkasten, den der Pöstler eingeworfen hat, weil man nicht zu Hause war. Diese verlängerte Qual will uns die Post nun offenbar ersparen – und gibt unsere Pakete immer häufiger einfach woanders ab. Wie nett von ihr.

Was jedoch noch unangenehmer ist als der gelbe Zettel: nach Hause zu kommen und seine Bestellung im Hausflur aufzufinden. Besonders dann, wenn der Name eines bekannten Elektro-Händlers auf dem Paket auch dem Letzten klarmacht: Hier ist was Wertvolles drin. Ein 1500-Franken-Laptop etwa. Abgestellt im Flur eines 20-Parteien-Mietshauses, in dem der Empfänger selbst erst seit wenigen Wochen wohnt und noch nicht einen Nachbarn mit Namen kennt. Der Pöstler dagegen muss sie jedoch kennen. Anders ist das grenzenlose Vertrauen kaum zu erklären, mit dem er das Paket deponierte. Es sei denn, das Vertrauen entpuppt sich als Bequemlichkeit. In dem Fall warte ich doch lieber einen Tag länger auf mein Päckli.

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