Pro Natura

Bauland für die Natur: Nur in Einzelfällen

Pro Natura will möglichst viele Schutzgebiete in der Schweiz schaffen. Dafür kauft sie regelmässig Land.

Pro Natura will möglichst viele Schutzgebiete in der Schweiz schaffen. Dafür kauft sie regelmässig Land.

Pro Natura hat in Villnachern Bauland mit dem Ziel gekauft, eine Überbauung zu verhindern. Dieses Vorgehen ist umstritten.

Regelmässig kommt es im Aargau zu Konflikten bei der Frage, wo gebaut werden darf – und welche Zonen der Landwirtschaft oder Natur vorbehalten sind. Der Hobby-Ziegenhalter in Habsburg, der seinen Geissenstall nicht abreissen will, oder die Betreiberin eines Pferdehofs in Gontenschwil, die bis vor Bundesgericht zieht, sind nur zwei Beispiele.

Grundsätzlich geht es dabei immer um denselben Streitpunkt: Was ist in welcher Zone erlaubt, was verboten?

Behörden und Gerichte können sich dabei auch auf den Volkswillen berufen. So hat das Stimmvolk das neue Raumplanungsgesetz angenommen und sich für striktere Regeln gegen Zersiedelung ausgesprochen. Diesen Entscheid an der Urne müssen Bauherren, Landbesitzer und Gemeindebehörden akzeptieren – oft zähneknirschend.

Das Gesetz ist aber nicht darauf ausgelegt, Bauten zu verhindern, sondern soll nur zu grosszügige Einzonungen und unkontrolliertes Siedlungswachstum stoppen.

Darum ist es fragwürdig, wenn Pro Natura Bauland kauft, um es vor der Überbauung zu schützen. Es geht nicht um den Einzelfall. Die Parzelle in Villnachern ist klein, der Baulandverlust hält sich in Grenzen. Wenn es gelingt, das Land auszuzonen und anderswo Ersatz zu schaffen dafür, ändern sich vielleicht nur die Bauzonen leicht.

Vielmehr geht es ums Prinzip: Das Gesetz besagt, dass Bauzonen überbaut werden müssen, bevor neues Land eingezont werden kann. Das ist sinnvoll und dieses Prinzip hat auch Pro Natura unterstützt. Wenn es Schule macht, Bauland zu kaufen um es brach liegen zu lassen, könnte dieser Grundsatz infrage gestellt werden.

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