Kommentar

Taxi-Wettbewerb wird zu sehr eingeschränkt

Der Badener Einwohnerrat weist das neue Taxireglement an den Stadtrat zurück.

Der Badener Einwohnerrat weist das neue Taxireglement an den Stadtrat zurück.

In Baden gibt es zwei verschieden Taxilizenzen: A- und B-Konzessionen. Die A-Lizenz verpflichtet Taxifirmen dazu, einen 24-Stunden-Service anzubieten und insbesondere auch nachts und in den Randzeiten Präsenz auf den öffentlichen Standplätzen zu markieren. Wer mit einer B-Bewilligung fährt, ist von dieser Pflicht befreit, darf aber sein Auto nicht auf einem öffentlichen Taxistandplatz abstellen. Mit dem neuen Taxireglement will der Stadtrat Baden die B-Lizenzen abschaffen, da diese der Qualität des Taxigewerbes schaden würden.

Der Stadtrat mag mit hehren Motiven handeln und man glaubt ihm, dass er mit dieser Massnahme tatsächlich einen guten Taxiservice gewährleisten will. Für eine Bäder- und Kulturstadt ist ein zuverlässiges und qualitativ hochstehendes Taxigewerbe zentral. Und doch wird man den Eindruck nicht ganz los, dass hier einzelne Firmen – allen voran die Badener Taxi AG, die heute 20 von total 32 A-Lizenzen besitzt – geschützt werden sollen. Gewiss, diese Firmen stehen für eine hohe Qualität und einen guten Service ein. Doch muss man deshalb gleich B-Lizenzen abschaffen und es somit kleineren Taxi-Betreibern quasi verunmöglichen, ebenfalls Fahrten anzubieten? Nicht zuletzt ist der Verzicht auf B-Lizenzen aber sinn- und zwecklos, weil mit dem Fahrdienst Uber sowieso jedermann Personen transportieren kann. Dass dies aus Sicht von Taxiunternehmen als störend empfunden wird, weil sie viel mehr Auflagen erfüllen müssen, ist nachvollziehbar. Aber auch mit einem Reglement, das den Wettbewerb derart einschränkt, lässt sich diese Entwicklung nicht aufhalten.

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