Der Frankenschock vom Januar 2015 geht äusserst negativ in die aargauische Wirtschaftsgeschichte ein. Die Konkurrenzfähigkeit der Aargauer Exportindustrie litt weit überdurchschnittlich darunter. Der unlängst von General Electric (GE) angekündigte, riesige Stellenabbau im Ostaargau steht sinnbildlich für den enormen Druck, unter dem die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) jahrelang litt.

Doch jetzt spürt der Aargau die Erholung dank stärkerem Euro. Nach dem Gewerbe ist auch die Industrie zuversichtlich, wie die neuste Wirtschaftsumfrage der Industrie- und Handelskammer zeigt. Das ist Balsam für den Aargau, der in den letzten Jahren arg durchgeschüttelt worden ist. Neue Stellen und Lohnerhöhungen sind in Aussicht. Das können die Aargauerinnen und Aargauer gut gebrauchen. Für Mitarbeitende von GE, denen der Stellenverlust droht, ist das allerdings kein Trost. Immerhin haben Fachkräfte – und das sind die Betroffenen – jetzt bessere Chancen, eine Stelle zu finden.

Was kann man aus den letzten drei Jahren lernen? Die Binnenwirtschaft kam gut durch diese Zeit. Sie ist stark aufgestellt. Das gilt auch für das Fricktal mit seiner ertragsstarken chemisch-pharmazeutischen Industrie, während der Raum Baden-Brugg mit der MEM-Industrie litt. Eine breite regionale Diversifikation der Wirtschaft würde helfen, starke Schwankungen in wichtigen Branchen auszugleichen. Potenzial hat der Aargau noch im Dienstleistungssektor. Wenn dieses jetzt genutzt wird, kommt der Kanton besser durch die nächste Krise.