Kommentar

Mammut profitiert von potenter Mutter

Die Besitzer von Mammut haben viel Geduld. (Archiv)

Die Besitzer von Mammut haben viel Geduld. (Archiv)

Die Besitzer von Mammut haben viel Geduld mit dem angeschlagenen Produzenten von Sportartikeln.

Das Geschäft mit der Mode kann extrem schnelllebig sein. Die Trends ändern sich rasch – und ebenso die Einkaufsgewohnheiten. So hat das Internet innert kurzer Zeit stark an Bedeutung gewonnen.

Mammut ist neben Firmen wie Triumph, Beldona und Zimmerli eines der wenigen Aargauer Unternehmen, die im Modebereich tätig sind. Die Sportartikel-Firma hat neben Problemen des Marktes auch mit hausgemachten Schwierigkeiten zu kämpfen. Es sieht ganz danach aus, als sei sie in den stürmischen Wachstumsjahren etwas träge geworden.

Mammut hat das Glück, einen Besitzer mit viel Geduld und einer vollen Kasse zu haben. Der angeschlagene Outdoor-Spezialist wird nicht einfach verscherbelt, sondern erhält fünf Jahre Zeit, zu gesunden. Das ist eine einmalige Chance. An der Jahresmedienkonferenz des Mischkonzerns Conzzeta wurde der Eindruck vermittelt, dass das neue Mammut-Team gut unterwegs ist. Wie in vielen anderen Branchen spielt die Musik auch im Outdoor-Bereich immer mehr im asiatischen Raum. Die Japaner sind schon seit zehn Jahren verrückt nach Mammut, die Koreaner kennen die Marke und für die Chinesen soll der Brand aus Seon bald auch ein Begriff sein.

Es wäre schön, wenn die Revitalisierung von Mammut gelänge. Nicht nur wegen der Jobs im Seetal. Auch weil Mammut ein Stück Aargau ist. Eine über Jahrzehnte aufgebaute Marke, auf die wir etwas stolz sind – auch wenn die Seile zwischenzeitlich in Osteuropa geflochten werden.

urs.helbling@azmedien.ch

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