Allen voran in der SP. Ausgerechnet die Genossen spielen die Frauenfrage herunter. Um Cédric Wermuth als Kandidaten salonfähig zu machen, soll es für einmal keine Rolle spielen, ob ein Mann oder eine Frau antritt. Doch zu einfach sollte es sich die SP nicht machen, wenn sie als Frauenförderer-Partei weiterhin ernst genommen werden will. Erste Verliererin könnte Yvonne Feri sein. Sie hat sich früh selber ins Rennen gebracht und droht nun von Schnellzug Wermuth überholt zu werden und auf der Strecke zu bleiben.

Auch in der CVP kommt es zum Duell. Zwar nicht um den Ständerat, da hat sich die Partei gestern für Marianne Binder entschieden. Dafür auf der Nationalratsliste, wo Binder dank ihrer Präsenz im Ständeratswahlkampf plötzlich die Bisherige Ruth Humbel von Platz 1 verdrängen könnte. Bliebe es bei einem CVP-Sitz, wäre Humbel abgewählt.

Ein Luxusproblem hat die FDP. Tritt Philipp Müller wieder an, hat sie ihren Sitz praktisch auf sicher. Anderseits wäre die Konstellation für einen Wechsel jetzt so günstig wie vielleicht nicht mehr so schnell. Mit Stephan Attiger und Thierry Burkart hätte sie zwei Kandidaten mit guten Wahlchancen.
Und die SVP? Sie steht seit Wochen mit Hansjörg Knecht bereit. Um im zweiten Anlauf zu reüssieren, muss sie sich diesmal aber mehr einfallen lassen als der Slogan «Knecht wählen – Könige hat es genug».