Die Medien neigten zur Koprophilie, liess Papst Franziskus vor einigen Monaten im Interview mit einem belgischen Magazin verlauten. Koprophilie – das ist die sexuelle Vorliebe für den menschlichen Kot, weniger vornehm ausgedrückt: die Lust an der Scheisse.

Ein hartes Urteil von jemandem, der selbst ein Händchen hat für vereinfachende und medienwirksam zugespitzte Slogans. In unguter Erinnerung ist noch Franziskus’ Vergleich der europäischen Flüchtlingskrise mit einer «arabischen Invasion». Auch seine kühne Behauptung, das Matthäus-Evangelium atme denselben Geist der Eroberung wie der Koran, stiess manchem sauer auf und reizte selbst Papsttreue zum Widerspruch. Vor ein paar Tagen nun legte Franziskus nach, indem er die Flüchtlingslager in Griechenland und Italien mit KZs verglich.

Alle diese markigen Statements sind schwer entschuldbare Schnitzer. Sprachlicher Extremismus, einzig gut für die schnelle Aufmerksamkeit. Wo wir schon beim Extremismus sind: Bei seinem Besuch in Kairo ermahnte Franziskus die Gläubigen, sich von Fanatismus und Extremismus zu distanzieren. Gläubigen gebühre einzig der Extremismus der Nächstenliebe. So ist es. Alles andere sollte der «koprophilen Presse» überlassen werden.