Amerikanischen Unternehmen war es bislang ausserordentlich wohl in der Schweiz. Das belegt die Statistik über die Direktinvestitionen von US-Firmen in unserem Land Jahr für Jahr aufs Neue. Je nachdem wie die Schweiz ihr neues Unternehmensbesteuerungssystem gestaltet, könnte dies auch in Zukunft so bleiben. Geringer ist allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass US-Firmen ihre Ableger in der Schweiz oder in anderen europäischen Tiefsteuerdomizilen wie Irland, Luxemburg oder den Niederlanden weiter dafür benützen werden, Gewinne zu horten, um sie dem US-Fiskus vorzuenthalten. Dafür sind die fiskalischen Bedingungen in den USA unter dem neuen Steuerregime schlicht zu gut geworden.

Viele US-Unternehmen dürften in den nächsten Monaten Schritte einleiten, um die in der Schweiz gehorteten Gewinne an das amerikanische Mutterhaus zurückzuführen. Diese Gewinnrückführungen dürften beim Bund beträchtliche einmalige Einnahmen auslösen. Denn konzerninterne Dividendenzahlungen werden gemäss dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA mit 5 Prozent besteuert.

Sollte dieser einmalige amerikanische Geldregen heuer tatsächlich über dem Bund niedergehen, dann täte das Finanzdepartement gut daran, den unverhofften Ertrag sofort zur Seite zu legen um ihn zur Gegenfinanzierung der Steuervorlage 17 einzusetzen. Die Reform der Schweizer Unternehmenssteuern ist mit der US-Reform nämlich nochmals dringlicher geworden, und ein gefüllte Sonderkasse kann helfen, den komplexen Polit-Schacher um die Vorlage rascher über die Bühne zu bringen.

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