Unter den Expats in London ist Nervosität ausgebrochen. Was passiert mit ihnen, wenn die Briten 2019 ihren Austritt aus der EU vollziehen?

Die Unsicherheit liesse sich durch einen einfachen Schritt beseitigen: Wer es unbescholten einige Jahre im Land ausgehalten hat, kann im Normalfall problemlos britischer Staatsbürger werden. Umgerechnet 1640 Franken kostet der Spass; dazu müssen alle Antragsteller ordentliche Englisch-Kenntnisse nachweisen – was machbar scheint – und einen Test in Staatsbürgerkunde machen.

Dieser Test sei gar nicht so schlimm, beteuerte neulich mein Freund Wolfgang, nachdem er die fraglichen Punkte beantwortet hatte. Na gut, sagte ich, aber der ebenfalls geforderte Eid auf «die Königin, ihre Erben und Nachfolger»: «Wie vertrug sich denn das mit deinem Republikanertum?» Als solchen kaprizierte sich Wolfgang gern.

Da erzählte Wolfgang von seiner Feier als neuer Untertan. Er habe extra nachgefragt, ob es für Leute wie ihn nicht auch ein anderslautendes Gelöbnis gebe – Toleranz, Parlamentarismus, Rechtsstaat, man kennt das ja. Darauf lachte die Beamtin und erwiderte: «Nein, gibt es nicht. Aber wenn es zum Eid kommt, dürfen Sie murmeln.» Wie ein echter Engländer eben.