Allez la Suisse

Unser Mann vor Ort nach dem EM-Journalisten-Kick: «Meine Stärke? Reklamieren!»

Die Schweizer Journalisten, die sich in Montpellier beim Fussball massen (unser Reporter Etienne Wuillemin ist in der unteren Reihe der fünfte von links)

Die Schweizer Journalisten, die sich in Montpellier beim Fussball massen (unser Reporter Etienne Wuillemin ist in der unteren Reihe der fünfte von links)

«Nordwestschweiz»-EM-Reporter Etienne Wuillemin mass sich in Montpellier mit den anderen Schweizer Journalisten vor Ort auf dem Fussballplatz.

Nach Wochen des Schreibens ist gestern der Tag der Wahrheit gekommen. Die Gelegenheit, auch mal selbst auf dem Platz zu stehen. Ein Fussballspiel unter Journalisten. Nicht gerade im Stade de la Mosson von Montpellier selbst, das ist richtigerweise weiterhin dem Nationalteam vorenthalten. Aber auch das «Mini-Mosson», der Kunstrasenplatz direkt davor, reicht als Bühne für unseren Clash längstens. Zwei Zuschauer geben sich die Ehre. Wobei: Eigentlich sind wir für sie nur eine willkommene Ablenkung von der Arbeit. Vielleicht lachen sie auch nur über das, was sie sehen.

«Schau einfach, dass du nicht im Spital landest», meldet der Chef von zu Hause. Nichts passiert! Ich bin aber auch nicht gerade der Typ Haudegen. Eher ein Schönwetterspieler, sobald es ins Duell geht, ziehe ich den Fuss gerne zurück. Logisch, schliesslich fühle ich mich ja hinter Computer und Tastatur versteckt wohl.

Es gibt aber durchaus Bereiche, da könnten wir locker mit den Profis mithalten. Reklamieren zum Beispiel. Auch im Analysieren nach dem Spiel sind durchaus Fähigkeiten zu erkennen. Es ist wie immer: Im Nachhinein wissen wir sehr genau, wie alles hätte besser werden können. 7:6 gewinnt mein Team. Nach Verlängerung. Es ist ein harter Kampf bis dahin. Der «Blick»Fotograf schiesst das entscheidende Tor. Man of the Match ist aber eher der Kameramann vom «Tele Basel», der mit guter Übersicht und herausragenden Zweikämpfen glänzt.

Und ich selbst? Einige Pässe gelingen. Zwei Tore ebenfalls, eines per Penalty. Aber ich leide. Die Sonne brennt vom Himmel. Mit meiner Kondition ist es nicht zum Besten bestellt. Ich muss mit dem Trainer der «Buccaneers», meines Unihockeyvereins, wohl ein ernstes Wort über das Trainingsprogramm reden. Immerhin kann ich das sofort erledigen, ich brauche nur einen Spiegel. Fazit: Es tut gut, sich nach Tagen des Schreibtischsports wieder einmal zu bewegen. Und vielleicht erinnere ich mich ja dann im nächsten Spielbericht an die Tücken des Fussballs, bevor ich zur Kritik aushole.

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