Polemik

Ueli Maurer und die Farbe der Krawatte

Ueli Maurer mit Ambri-Präsident Filippo Lombardi an einem Spiel "seines" Clubs gegen den SC Bern 2013.

Ueli Maurer mit Ambri-Präsident Filippo Lombardi an einem Spiel "seines" Clubs gegen den SC Bern 2013.

Am Mittwoch hat Bundesrat Ueli Maurer einen diplomatischen Zwischenfall provoziert, als er zum Essen mit einer Tessiner Delegation eine blau-weiss gestreifte Krawatte mit dem Logo des Hockey-Clubs Ambrì-Piotta trug.

Maurer ist seit 40 Jahren ein bekennender Ambri-Fan, wie er der Zeitung «Corriere del Ticino» sagte. «Die Krawatte ziehe ich immer am Tag nach einem Sieg an.»

Tatsächlich hat am Dienstagabend die Mannschaft aus der Leventina gegen Langnau gewonnen – und damit den Ligaerhalt gesichert. Die Emotionen gingen hoch. Nicht nur bei den Fans, auch beim Tessiner Erzrivalen, dem Hockey-Club Lugano.

Dessen Präsidentin Vicky Mantegazza hat sich über die Krawatte des Bundesrats auf Facebook ausgelassen. Die Wahl sei «wirklich wenig elegant».

Mit seiner Kleidung habe Maurer entschieden, nur einen Teil des Tessins zu empfangen – jenen, der mit den «Biancoblù» sympathisiere. Es fehle an Respekt gegenüber all den anderen Farben.

Genau! Unfair ist die Krawatten-Wahl vor allem für die Zürcher: Deren eigener Bundesrat bekennt sich öffentlich zu einem fremden Club. Das wäre im Tessin schlicht undenkbar.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1