Es ruckelt beim Anfahren auf der Graspiste; das ist Israel Viteri gewöhnt. Gekonnt hebt der Pilot der ersten indigenen Fluggesellschaft die Nase der Cessna 182 an – kurz darauf schwebt die Maschine von Aero Sarayaku über dem ecuadorianischen Dschungel. Die Palmhütten und der Bobonazo-Fluss verschwinden hinter den Wolken, die meist über dem Regenwald hängen und den zwanzig-minütigen Flug in die Kleinstadt Puyo zu einer Achterbahnfahrt machen.

Seit gut einem Jahr gibt es die Linie nun, zwei Cessnas besitzt sie. «Manchmal fliegen wir Touristen ein oder Gesundheitsbrigaden, oder Dorfbewohner haben einen Termin in der Hauptstadt», erzählt Viteri, der vor drei Jahren den Pilotenschein gemacht hat.

Strassen gibt es keine nach Sarayaku, «denn mit ihnen kommen die Händler und die Erdölmultis». Die Konzerne hat Sarayaku vor zwanzig Jahren vertrieben, als sie auf ihrem Stammesland Dynamit vergruben.

Das Geld für die Fluglinie stammt aus dem Prozess, den die 1400 Einwohner 2012 gegen den ecuadorianischen Staat gewannen, weil er sie vor der Konzessionsvergabe nicht gefragt hatte. Finanziell ist Aero Sarayaku kein Renner. Notfallflüge, etwa wenn ein Dorfbewohner von einer Giftschlange gebissen wurde, sind gratis. Aber um Profite geht es auch nicht: «Wir sind der Solidarität verpflichtet, mit einer schwarzen Null sind wir zufrieden.»