Polemik

Tschad und der neuste Abgrund

«Tschad, Oase der Sahel-Zone» – oder eher doch nicht?

«Tschad, Oase der Sahel-Zone» – oder eher doch nicht?

Kennen Sie dieses Gefühl? Immer, wenn man gedacht hat, dass man den Gipfel des Unfassbaren schon erlebt hat, dann wird man plötzlich wieder eines Besseren belehrt. Es ist dieser Effekt, wenn man etwas liest und nicht glauben kann, was das eigene Gehirn da gerade an Informationen zu verarbeiten hat. So geschehen am Montag, als bekannt wurde, dass der Tschad, das viertärmste Land der Welt, in welchem immer noch Hunderttausende von Menschen hungern müssen und zahllose Kinder an Unterernährung sterben, dass also dieser Tschad als Trikotsponsor des französischen Fussball-Erstligisten FC Metz einsteigt. Kostenpunkt pro Jahr: 12 Millionen Franken! Zwölf. Millionen. Franken. Geld für einen Fussballklub aus einem Land, in welchem Kinder verhungern. Der Slogan, der auf den Spielerleibchen prangt? «Tschad, Oase der Sahel-Zone». Ein Hohn, angesichts der miserablen Lebensbedingungen vieler Einwohner. Dass man als Fussballklub aus einem europäischen Land schon nur auf die Idee kommen kann, Geld von so einem Sponsor anzunehmen, macht einen nur noch sprachlos. Und man stellt sich die bange Frage? Welcher Abgrund tut sich als Nächstes auf?

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