So gesehen, kann ein Wahlsieg des Republikaners Donald Trump über seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton – sofern sie denn siegreich aus den Vorwahlen hervorgeht – nicht ausgeschlossen werden. Denn Trump ist das pure Gegenteil von Barack Obama. Dieser wägt jeden Schritt zwei- oder dreimal ab und spricht offen über Fehler und Versäumnisse. Trump ist Twitter auf zwei Beinen: Er spricht schneller, als er denken kann, und behauptet selbst nach peinlichen Fehltritten, er müsse sich nicht entschuldigen.

Gerade in stürmischen Zeiten könnte diese Mischung verlockend klingen. Hinzu kommt, dass die Amerikaner mit einer gewissen Regelmässigkeit die Lust verspüren, reinen Tisch zu machen. Deshalb ist es nach dem Zweiten Weltkrieg bloss den Republikanern gelungen, zwölf Jahre lang in Folge den Präsidenten zu stellen. Das war 1988, als George Bush antrat, um eine dritte Amtszeit für Präsident Ronald Reagan zu absolvieren.

Andererseits gab es in der modernen Geschichte Amerikas noch nie einen Anwärter auf das Weisse Haus, der das Land derart polarisierte wie Trump.
61 bis 70 Prozent der Wählerschaft haben eine schlechte Meinung von ihm. Damit übertrifft der Geschäftsmann gar die Werte von Hillary Clinton, die 55 Prozent der Amerikaner auf den Wecker geht – darunter überdurchschnittlich viele junge Wählerinnen und Wähler.

Angesichts solcher Umfragewerte hat keiner der beiden Kandidaten etwas zu verlieren. Dem Land steht deshalb eine Schlammschlacht mit epischen Dimensionen bevor.