Kommentar

Trockenheit im Wasserkanton

Die Landwirte leiden dieses Jahr unter der Trockenheit.

Die Landwirte leiden dieses Jahr unter der Trockenheit.

So wenig wie in diesem Sommer hat es zuletzt im Jahr 1921 geregnet, die Temperaturen zwischen April und Juli waren höher als im Rekordsommer 2003. In den letzten 15 Jahren gab es drei Sommer, die als Hitzesommer gelten: 2003, 2015 und 2018. Das ist kein Zufall, sondern eine Bestätigung dessen, was Klimawissenschafter seit Jahrzehnten voraussagen: Es wird heisser und trockener, auch in der Schweiz.

Der Aargau ist in einer vergleichsweise komfortablen Lage. Er verfügt über grosse Wasserreserven, und die Wasserverteilung im Kanton funktioniert gut. Doch was, wenn es in Zukunft mehrere trockene Jahre hintereinander gibt? Der Aargau tut gut daran, sich frühzeitig auf solche Szenarien einzustellen und vorausschauend zu planen.

Erfahrungen aus anderen Ländern können helfen. In Israel, einem Land mit wenig Wasser, war die Lage 2008 bedrohlich. Jahrelang hatte es zu wenig geregnet, der Grundwasserspiegel war stark gesunken, den Landwirten wurde der Hahn zugedreht. Dann wurde Wassermanagement ganz oben auf die politische Agenda gesetzt, das Land entwarf einen Masterplan zum Wassersparen. Zum Beispiel wurde Abwasser aufbereitet und für die Bewässerung der Felder genutzt. Dank neuen Technologien und kollektiver Anstrengung ist Wassermangel in Israel kein Thema mehr.

Der Wasserkanton Aargau hat eine viel günstigere Ausgangslage, aber angesichts der Klimaerwärmung ist langfristiges Denken nötig. In 20 Jahren werden sich die Bemühungen auszahlen.

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