Thierry Burkart darf Matthias Jauslin dankbar sein. Zwar zweifelte kaum jemand, dass die FDP Burkart ins Ständeratsrennen schicken würde. Aber die trotzige Gegenkandidatur des Wohler Gewerblers, gespickt mit einigen Sticheleien, sorgte wenigstens für ein bisschen Reibung und die nötige Anspannung beim Badener Nationalrat.

Davon wird Burkart nächsten Herbst noch deutlich mehr brauchen. Denn so glatt wie bei der Nomination wird der erfolgsverwöhnte FDP-Hoffnungsträger kaum ins Stöckli rutschen. Gewiss, Burkart startet aus einer optimalen Position: Als Mitte-Rechts-Politiker verkörpert er quasi den politischen Schmelzpunkt des Aargaus, im Bundeshaus hat er sich schnell einen Namen gemacht und seine jungdynamische Art kommt durchaus über den Freisinn hinaus an.

Doch der Ständeratswahlkampf wird unberechenbar. Gleich beide Aargauer Plätze sind neu zu vergeben. Bisher sechs Kandidaten von ganz links (Wermuth, SP) bis rechts (Knecht, SVP) treten an. Das eröffnet viele Kombinationen mit einigen Unbekannten.

Der FDP-Nominierte steht vor einem strategischen Vorentscheid: Weibelt er im Duett mit dem SVP-Mann für eine ungeteilte bürgerliche Standesstimme? Oder bevorzugt er den Alleingang, um Wähler aus der Mitte nicht zu vergraulen? Die zweite Variante lässt mehr Spielraum, auch wenn dort mit Marianne Binder (CVP) eine etablierte Politikerin ebenfalls Ambitionen anmeldet.

Einen Sieger gibt es jetzt schon: Das Aargauer Stimmvolk. Einen so grossen Gestaltungsspielraum hatte es bei Ständeratswahlen schon länger nicht mehr.