Bundesrat Alain Berset liess ein Bömbchen platzen, als er am Freitag verkündete, dass zur Sicherung der Altersrenten die Mehrwertsteuer um 1,7 Prozent erhöht werden müsse. Um zudem die Gunst der Frauen für die nächste Reform zu gewinnen, verspricht der Bundesrat einen Ausgleich für die Erhöhung des Frauenrentenalters.

Das bedeutet: Es muss über höhere Lohnbeiträge oder höhere Mehrwertsteuern noch mehr Geld her. So könnte die Mehrwertsteuer mit der Reform um satte zwei Prozent steigen. Bei der im September abgelehnten Vorlage waren es noch 0,6 Prozent.

AHV gerettet mit Rentenalter 65 und 1,7 % mehr MWST?

AHV gerettet mit Rentenalter 65 und 1,7 % mehr MWST?

Nach dem Nein zur Altersvorsorge 2020 wird die neue AHV-Lösung von Bundesrat Alain Berset für die Bevölkerung teurer.

Es ist kaum schönzureden. Die Neuauflage wird teurer. Und es wäre nun verlockend, voller Häme mit dem Finger auf die vermeintlichen Gewinner zu zeigen und zu sagen: Wir haben euch gewarnt! Doch die Sicherung der Renten ist zu wichtig, als nun unnötig weiteres Glas zu zerschlagen. Es muss schnell vorwärtsgehen.

Denn jedes weitere Jahr, in dem die AHV unterfinanziert ist, kostet zusätzlich. Das wachsende Loch muss gestopft werden. Das ist ein Grund, wieso die Reform nun teurer wird. Zwar zweifeln die Arbeitgeber, SVP und FDP daran, dass 1,7 Prozent Mehrwertsteuer wirklich notwendig sind.

Und natürlich lässt sich daran noch herumschrauben – indem die Renten nur die nächsten fünf statt zehn Jahre gesichert würden. Oder indem einfach der Bund mehr Gelder zuschiesst. Nur: Das Versprechen einer günstigeren und besseren Vorlage, das FDP, SVP und Arbeitgeber abgegeben haben, werden sie nicht einhalten können – sofern sie weiter davon absehen, Renten zu senken oder das Rentenalter allgemein zu erhöhen.

anna.wanner@schweizamwochenende.ch

Bundespräsident Berset im Interview:

Bundesrat will 1,7 Mehrwertsteuer-Prozente für die AHV