FC Aarau

Sympathische Aktion, aber risikobehaftet

So sehen die Trikots aus, die die Fans gespendet haben.

So sehen die Trikots aus, die die Fans gespendet haben.

Dem FC Aarau fehlt ein Hauptsponsor, jetzt springen die eigenen Fans ein.

Dass sich die eigenen Fans auch finanziell bei der Unterstützung ihres Vereins engagieren, ist an sich nicht so aussergewöhnlich: Man organisiert Spendenaktionen, versteigert «Devotionalien», um mitzuhelfen, die Klubkasse aufzubessern. Das ist den Fans auch hoch anzurechnen, es bezeugt die Verbundenheit mit ihrem Verein und ihrem Sport und ein echtes Engagement dafür.

So ist es auch bei der Aktion der «Szene Aarau». Im Prinzip. Dass eine Fanorganisation gleich zum temporären Hauptsponsor eines Fussballvereins aufrückt, ist dann aber nicht bloss doch etwas speziell, es ist auch mit gewissen Risiken behaftet. Sicher, die «Szene Aarau» will unter Beweis stellen, dass sie eben nicht ein Sammelbecken für randalierende Hooligans ist, sondern eine Dachorganisation für echte und treue Anhänger, denen die Zukunft ihres Vereins so am Herzen liegt, dass sie auch dafür in die Tasche greifen. Aber man hat die Bilder eben doch im Kopf: Aarau-Fans, die als pöbelnder Mob durch die Strassen ziehen und sich wilde Schlachten mit den Anhängern gegnerischer Klubs liefern.

Was ist, wenn es ein nächstes Mal zu üblen Ausschreitungen kommen sollte? Wie will sich die Vereinsführung dann glaubhaft davon distanzieren, vom eigenen Hauptsponsor, von dem man Geld für die Trikotwerbung kassiert? So gut sie gemeint ist: Für den FC Aarau, dem man Gutes tun will, ist die Aktion seiner eigenen Fans ein zweischneidiges Schwert. Er riskiert, sich in die Abhängigkeit einer Gruppe zu manövrieren, die er nicht kontrollieren kann.

urs.moser@azmedien.ch

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1