Kommentar

Subventionen für Hobby-Sammler?

Sammelwütige Schweizer Armee? Im Bild ein Panzer an einem Defilee auf dem Waffenplatz in Thun.

Sammelwütige Schweizer Armee? Im Bild ein Panzer an einem Defilee auf dem Waffenplatz in Thun.

Es ist verständlich, dass die Armee einen Teil ihrer Ausrüstung behalten will. Aber so wie es jetzt ist geht es nicht weiter.

Man ist ja bereit, Nachsicht zu üben. Die Milizarmee ist ein Stück Schweiz, und dazu gehören all die historischen Armeematerialien. Also ist kaum etwas dagegen einzuwenden, wenn die Armee einige Exemplare der ausgemusterten Gerätschaften der Nachwelt hinterlässt.

Aber alles hat seine Grenzen. Unter den Sammlern von ausgemustertem Armeematerial haben sich seltsame Sitten ausgebildet. Trifft der neuste Prüfbericht der Finanzkontrolle zu, dann herrscht im Umfeld der Zentralstelle Historisches Armeematerial (ZSHAM) und der von ihr beauftragten Armeestiftungen eine erstaunliche Selbstherrlichkeit.

Weisungen und Reglemente werden grosszügig ausgelegt oder übergangen. Ausgedientes Armeematerial wird auch dann gehortet, wenn dies den Richtlinien widerspricht. Dass dies Kosten wie Raummiete und Unterhalt nach sich zieht, scheint sekundär.

Und dass der Bund nicht einmal sagen kann, was ihn die Sammeltätigkeit wirklich kostet, ist stossend. Dass er die von ihm mit Millionen finanzierten privaten Stiftungen, die die Sammelobjekte betreuen, nicht im Griff hat, ist beschämend. Der Eindruck entsteht, dass sich gewisse Kreise hier ihr Hobby subventionieren lassen.

Dies ausgerechnet im Bereich Armee, in dem Disziplin und Gehorsam doch gross geschrieben werden. Gefordert ist jetzt einmal mehr Bundesrat Guy Parmelin. Er muss den Armeenostalgikern klar machen, dass auch für sie gilt: Mit öffentlichem Gut ist haushälterisch umzugehen. Und die Empfehlungen der Finanzkontrolle sind ernst zu nehmen.

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