Nicht jeder Mensch besteht aus gleich gutem Material, er bekommt schon bei der Geburt viel in den Genen mit. Vorläufig kann ja noch jeder, ohne Prüfung der genetischen Voraussetzungen, Kinder produzieren. So ist es schon mal Zufall, ob man aus gutem oder schlechten Holz geschnitzt ist.

Das wissen wir eigentlich alle: Die Frauen, die nichts falsch machen, und doch zufälligerweise Cellulite bekommen oder eben nicht. Da gibt es keine gerechte Verteilung. Und auch die Männer sehen am eigenen Leib, dass es Typen gibt mit liederlichem Lebenswandel, die auch im hohen Alter noch jede Menge Haare auf dem Kopf haben und andere, lassen wir sie ruhig Vegetarier oder Sportler sein, die trotz vorbildlichem Gebaren, schon mit 30 Jahren eine Kopfbedeckung haben, die eher an Laminat, denn an einen langflorigen Teppich erinnert. Ich habe, als Betroffener, immer gesagt: «Mit 30 entscheidet sich, ob du alle Haare behalten kannst oder alle Hirnzellen.»

Das gilt aber nicht nur für äusserliche Merkmale, auch die Innereien sind durchaus von verschiedener Grundqualität.

Auch das wissen wir eigentlich alle. Und doch tun heute sogenannte Fachleute so, als seien wir an jeder Krankheit irgendwie selber schuld. Die erste Frage ist immer: Hat er geraucht, getrunken, sich zu wenig bewegt? Nein, er hat vielleicht einfach bei der Geburt schon ein Montags-Herz bekommen oder eine M-Budget-Lunge.

Da hat sich die Evolution durchaus ab und zu einen Scherz erlaubt . . . auch bei mir. Natürlich kann der Lebenswandel die vorhandene Grundstruktur schon mehr oder weniger schnell unter die Radieschen bringen. Hätte aber die Evolution oder Gottallahbuddha gewollt, dass wir uns gesund ernähren, hätte sie/er nicht neben den Haferflöckli noch das Cordonbleu erfunden. Was leider noch von keinem Ernährungswissenschaftler erforscht wurde, das sind die lebensverlängernden Inhaltsstoffe zum Beispiel eines Cordonbleus, welches man mit Freude dem Körper zuführt. Und zwar durch die Heilkraft der Lebensfreude. Gut, die lässt sich schlecht messen und in Torten-Diagrammen darstellen (gutes Stichwort «Torten»). Deshalb suchen sie nur nach den schädlichen Stoffen, die das Leben verkürzen oder Krankheiten befördern könnten.

Komisch, bei anderen Lebensmitteln (Salat, Gemüse) forschen sie dann geflissentlich nach positiven Inhaltsstoffen, aber das Cordonbleu wird gebrandmarkt und niedergemacht. Logisch, bei Verbrechen interessiert uns ja auch nur der Übeltäter, die Opfer sind uns wurst, die sollen selber schauen, wie sie klar kommen.

Was wurden schon Lebensmittel verteufelt, zum Beispiel Kaffee, bis endlich, nach Jahrzehnten der Hexenjagd, zugegeben werden musste, dass sogar Leute, die relativ viel Kaffee trinken, bei gewissen Krankheiten oder Todesarten einen Vorteil haben.

Das kann nur ein Banause behaupten, der noch nie in den Genuss eines perfekt eingeschnittenen und auf den Punkt gegrillten Servelats gekommen ist.

Hat irgendjemand mal erforscht, wie viele Endorphin da in den vom Alltag geschundenen Körper ausgeschüttet wird? Da ist ein Marathon ein Dreck dagegen. Gut, das tönt jetzt etwas unwissenschaftlich, aber ich muss es so überspitzt behaupten, da ich mich, aus obgenannten Gründen, nicht auf wissenschaftliche Fakten beziehen kann.
Es wird doch fast alles mit Forschungsgeldern gefördert: Untersuchungen über die Libido einer Fruchtfliege in der Schwerelosigkeit oder über Migräne bei Amöben als Beischlaf-Ausrede. Ich fordere einen Beitrag für meine Studie: «Der positive Einfluss eines Cordonbleus auf Psyche und Gesundheit.» Natürlich würden auch andere verleumdete Lebensmittel einbezogen: Pizza, Nudeln, etc.
Übrigens können Sie in dieser Kolumne das Wort «Cordonbleu» einfach auch durch Ihre «ungesunde» Lieblingsspeise ersetzen.

Was Sie jetzt für ein Fazit aus dieser Idee ziehen, weiss ich natürlich nicht, mein Fazit ist jedenfalls: Sollte mir irgendwann der Doktor verbieten, Cordonbleus zu essen, werde ich sehr froh sein, um jedes, das ich schon verspeist habe. Dann kann ich ja immer noch auf Bio-Haferflöckli und Urdinkel-Hundeguetzli umstellen.