Drei der sechs IBA-Verwaltungsräte sind FDP-Politiker: Nationalrätin Corina Eichenberger (IBA-Vizepräsidentin), Aaraus Stadtrat Lukas Pfisterer und der Hirschthaler Gemeinderat Markus Goldenberger. Haben sie das drohende Steuerungemach nicht erkannt, also gegen die Interessen der IBA-Hauptaktionärin, der Stadt Aarau, verstossen? Oder wurden sie falsch beraten?

Die FDP der Stadt Aarau hätte allen Grund, den Mantel des Schweigens über dieses Thema zu legen. Doch sie hat den Mut, es zu enthüllen. Der Umzug der IBA von Aarau ins neue Hauptgebäude in Buchs soll, so schreibt die FDP-Einwohnerratsfraktion, in Aarau einen Steuerausfall von mehreren hunderttausend Franken zur Folge haben. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von einem Betrag, der bis gegen ein Steuerprozent (600'000 Franken) gehen könnte.

Die Buchser werden sich über den unerwarteten Geldsegen freuen. Die Aarauer werden sich ärgern. Und in der Politik wird man nicht in erster Linie mit dem Finger auf die FDP-Verwaltungsräte, sondern auf die SP-Verwaltungsratspräsidentin zeigen: Jolanda Urech hat dieses Mandat qua ihrer Funktion als Stadtpräsidentin. Ebenfalls qua ihrer Funktion ist sie städtische Finanzministerin. Sie müsste also für derartige Steuerprobleme hoch sensibilisiert sein.

Nach dem Keba-Debakel die IBA-Panne? Fest steht: Der Erklärungsbedarf ist gross.