Kommentar

Steuerbelastung darf nicht steigen

Die Steuerfüsse der Aargauer Gemeinden für 2020 liegen vor. Der Kommentar.

Auf Stufe Gemeinde bleibt es an der Steuerfront recht ruhig. Nur in wenigen Gemeinden bewegt sich der Steuerfuss. Trotzdem öffnet sich die Steuerschere zwischen der best- und der schlechtestsituierten Gemeinde noch weiter als 2019. Gewiss ist Geltwil ein Sonderfall. Zudem bewegt sich die grosse Mehrheit der Gemeinden steuerlich in einer akzeptablen Bandbreite. Und der neue Finanz- und Lastenausgleich ist erst zwei Jahre in Kraft. Es ist also noch zu früh für eine Bilanz. Doch bleibt aufmerksam zu verfolgen, ob die Steuerschere noch mehr auseinanderklafft. Und es ist genau zu beobachten, ob die Regeln des Kantons für Ergänzungsleistungen für die schlechtestsituierten Gemeinden zu hart sind, da diese Leistungen kaum beansprucht werden. Oder werden sie so wenig beansprucht, weil es den Gemeinden besser geht als erwartet?

Die Stabilität bei den Gemeinde-Steuerfüssen insgesamt offenbart eine erfreuliche Entwicklung. Ein grosser Wermutstropfen ist da, wenn voraussichtlich bald auch natürliche Personen ein Steuerprozent zahlen müssen, damit der Finanzausgleichstopf nicht austrocknet. Sofern gleichzeitig der Kantonssteuerfuss für natürliche und juristische Personen tatsächlich um ein Prozent gesenkt wird, bleibt die Belastung gleich. Dieser Ausgleich ist allerdings zwingend. Denn eine Steuererhöhung in einer Zeit, in der die Steuereinnahmen sprudeln, wäre nicht zu begründen, und sie wäre ein falsches Zeichen gegen innen und gegen aussen.

mathias.kueng@chmedia.ch

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