Pferderennen in der deutschen Schweiz haben es schwerer als auch schon, Sponsoren zu finden. Negativwerbung kommt da ungelegen. Aber wenn sich mehrere Pferde wie am ersten Renntag 2016 im Aarauer Schachen vor den Augen von 7500 Zuschauern schwer verletzen, lässt sich das trotzdem nicht totschweigen. Nötig ist es aber, die Vorfälle einzuordnen, um nicht einen falschen Eindruck entstehen zu lassen. Und falsch wäre es anzunehmen, derart schwarze Renntage wie der letzte seien im Schachen und im Schweizer Rennsport überhaupt an der Tagesordnung.

Statistisch lässt sich nämlich zeigen, dass es sich um einen Ausreisser handelte: An keinem Aarauer Renntag der letzten fünf Jahre war die Sturzquote in den Hindernisrennen so hoch wie am letzten Sonntag. Bei den vermuteten oder erkennbaren Ursachen der Verletzungen ergibt sich zudem kein einheitliches Bild. Jeder Fall ist anders. Der Bahn kann man nicht die Schuld geben, die Pferde waren auf der Höhe ihrer Aufgabe. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass das, was passiert ist, nicht auch auf jeder andern Rennbahn hätte geschehen können.

Bei Temposportarten wie Ski-, Auto-, Motorrad und Pferderennen besteht nun einmal, physikalisch bedingt, eine erhöhte Gefahr schwerer Verletzungen. Belastend ist zugegebenermassen, dass schwere Verletzungen des Bewegungsapparats bei Pferden häufig einem Todesurteil gleichkommen. Zum Glück passiert, wie die Zahlen zeigen, erstaunlich wenig. Wären die Aktiven und die Rennbahnverantwortlichen nachlässig gegenüber der Sicherheit der Athleten, wäre es anders.