Bei der Sozialhilfe ging es im Aargau zuletzt fast immer um Verschärfungen. Gerade bürgerliche Politiker fordern strengere Regeln für die Bezüger. Martina Bircher (SVP, Aarburg, Sozialhilfequote: 5,2 Prozent) will die Zahlungen auf das Existenzminimum reduzieren.

Adrian Schoop (FDP, Turgi, 4,1 Prozent) möchte unterschiedliche Ansätze für Einheimische und Flüchtlinge einführen. Susanne Voser (CVP, Neuenhof, 3 Prozent) will die Sozialhilfezahlungen nach den Jahren abstufen, in denen jemand Steuern oder AHV-Beiträge bezahlt hat.

Auch der Gemeinderat Frick (Sozialhilfequote: 2,8 Prozent) ist klar bürgerlich, in der Behörde sitzen zwei FDP-, zwei CVP- und ein SP-Vertreter. Dennoch geht Frick einen anderen Weg, die Gemeinde setzt auf kostenlose Arbeitstrainings für Sozialhilfebezüger.

Und sie zahlt Firmen, die solche Personen anstellen, ein halbes Jahr lang beträchtliche Lohnzuschüsse. Eine Zwischenbilanz fällt positiv aus, in rund 20 Fällen fanden Sozialhilfebezüger mit dem Programm der Gemeinde und der Unterstützung einer Firma eine Stelle.

Kritiker werden einwenden, dies sei nur ein Tropfen auf den heissen Stein und die arbeitswilligen Sozialhilfebezüger würden auch ohne Hilfe einen Job finden. Natürlich wäre es blauäugig zu glauben, das Fricker Modell sei ein Allheilmittel.

Auch andere Gemeinden kennen ähnliche Programme, weil Arbeit statt Sozialhilfe die Finanzen schont. Klar ist auch: Wer die Sozialhilfe missbraucht, muss bestraft werden. Vielleicht würde in manchen Fällen ein bisschen mehr Fricker Zuckerbrot aber mehr bringen als die Aarburger Peitsche.