Gleiche Leistung für halb so viel Geld. Mit diesem Versprechen eroberten die Hersteller chinesischer Smartphones in den vergangenen Jahren grosse Marktanteile. Nicht nur der tiefe Preis der China-Phones lockte, auch das vorinstallierte Betriebssystem Android von Google machte sie gegenüber Apples doppelt so teurem iPhone zu einer guten Wahl. Wer auf den Preis und nicht auf die Marke schaute, kaufte chinesisch. So einfach war das.

Tempi passati. Vor wenigen Tagen hat Donald Trumps US-Regierung den chinesischen Mega-Konzern Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. Als Konsequenz soll der Smartphone-Hersteller von Google künftig keine Android-Updates mehr erhalten.

Ein herber Schlag für Huawei: Das Unternehmen mit fast 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz will jetzt zwar ein eigenes Betriebssystem auf seinen Handys installieren. Ob es gegen die Google-Lösung ankommt, scheint eher fraglich. Die Lehre für uns Konsumenten: Beim Kauf von Smartphones und anderen Tech-Gadgets sollte man sich in Zukunft nicht mehr nur über Preis und Leistung, sondern auch über die aktuellen handelspolitischen Entwicklungen informieren.

Denn plötzlich hat das Schnäppchen aus Fernost bloss noch die Hälfte des ursprünglichen Funktionsumfangs – und das nur, weil Donald Trump es so will. Smartphone kaufen wird politisch.