Dass ausgerechnet seine Parteikollegin Silva Semadeni (GR) der Olympia-Kandidatur der Schweiz einen Stein in den Weg legen will, ärgerte den Berner SP-Ständerat Hans Stöckli sichtlich. Er sass im Saal, als der Nationalrat sich Anfang März für eine Volksabstimmung aussprach, und sagte im Nachgang: «Wenn es zu einer Abstimmung kommt, kann der Eingabetermin nicht eingehalten werden.» So scheitere bereits die Kandidatur. Dass Semadenis Vorstoss auch im Ständerat durchkommt, ist seit Freitag zu bezweifeln. Die Konferenz der Kantonsregierungen (KDK) hat sich im Grundsatz zu Olympia bekannt – sofern die Kredite gesprochen werden und die Austragungskantone zustimmen. Letztere sind treibende Kraft. Sie sehen dank der weltweiten Aufmerksamkeit eine Chance für den Tourismus – und auch für die Wirtschaft.

Für diesen Werbeeffekt ein finanzielles Risiko eingehen wollen die Kantone indes nicht. Der Bundesbeitrag à 909 Millionen Franken dürfe denn auch «zu keinem Zeitpunkt dazu führen, dass übrige Bundesbeiträge an die Kantone infrage gestellt werden». Gerade auch dann, wenn der Bund wegen des Kredits die Schuldenbremse nicht einhalten kann. Dann soll er bei sich selbst sparen, verlangt die KDK. Einziges Zugeständnis: An den Sicherheitskosten beteiligen sich die Austragungskantone. Der Einsatz der Polizeikräfte soll mit dem olympischen Komitee und dem Bund berechnet werden. Falls zusätzliche Polizisten benötigt würden, seien diese auf der Basis der gemeinsamen Vereinbarung «Sion 2026» zu entschädigen.

Anders formuliert: Profitieren tun alle Kantone gerne vom Werbeeffekt der Olympischen Winterspiele. Bezahlen soll die Rechnung aber bitte der Bund.